Lagebericht 2005
des
“Zentrums für humanitäre Hilfe Phönix“
Erstellungsdatum: Januar 2006
Das
vergangene Jahr 2005 hat viel Schönes und viel Negatives und Turbulentes für
Phönix gebracht. Die Kinder machen sich gut in der Schule, Sascha hat eine
Ausbildung begonnen, fast alle Kinder waren im Sommer im Erholungsheim am
Schwarzen Meer – doch der Jahreswechsel war und ist immer noch bestimmt von sehr
ernsthaften juristischen Problemen und einer hoffentlich nur zeitweiligen
Unterbringung der Kinder in verschiedenen staatlichen Kinderheimen in und um
Moskau.
Im ersten Teil des Berichts werden wir Ihnen vom Ablauf des Jahres und der Entwicklung der einzelnen Kinder berichten, im zweiten Teil dann auf die momentanen Schwierigkeiten eingehen.
Da erfreulicherweise auch dieses Jahr wieder neue Unterstützer zu Phönix gestossen sind, ein kurzer Blick zurück: Die Arbeit des „Zentrums für humanitäre Hilfe Phönix“ begann im November 2001, als die “Deutsch-Russische Gesellschaft Kraichgau e.V.“ den Entschluss fasste, die Organisation dauerhaft zu unterstützen. Dies war die Basis, auf der es möglich war, das Projekt zu starten, und so wurde eine Hälfte eines Doppelhauses im dorfähnlichen Teil von Rogatschowo gekauft, einer kleinen Stadt ca. 80 km nördlich von Moskau im Verwaltungsbezirk Dmitrow. Die Idee war, das Projekt in einer Umgebung durchzuführen, in der „unsere“ Kinder nicht auffallen würden, und in der sie ausserdem zur Schule gehen könnten. Rogatschowo hat eine Schule von der ersten bis zur letzten Klasse, sie ist nur etwa 15 Minuten Fussweg vom Haus entfernt.
Die Hauptarbeitsfelder seit Projektbeginn waren und sind:
Familienhaus
Organisation von Privatunterricht für die Kinder, von denen einige vor ihrem Einzug in Rogatschowo noch nie zur Schule gegangen waren;
Beschaffung bzw. Beantragung von Geburtsurkunden und Ausweisdokumenten für die Kinder (ist für alle Kinder, die seit 2002 in Rogatschowo wohnen, erfolgreich abgeschlossen);
Gartenbau zur teilweisen Eigenversorgung;
Psychologische Unterstützung für Erwachsene und Kinder;
Suppenküche: Seit Juni 2003 organisiert Phönix ein weiteres Projekt, eine tägliche Suppenküche im Zentrum von Moskau, in der Nähe eines grossen, von Obdachlosen stark frequentierten Bahnhofs (Kursker Banhnhof).
Der Stand der verschiedenen Projektbereiche per Ende 2005
I. Familienhaus
I.1. Privatunterricht / Nachhilfeunterricht:
Die Nachhilfestunden wurden das ganze Jahr hindurch fortgesetzt, grösstenteils im Rahmen von betreuten Hausaufgaben in der Schule, wie sie in Russland relativ üblich sind. Dies hat sich auch weiterhin als ein wesentlicher Beitrag zur Lerndisziplin der Kinder erwiesen, sie machen sich weiterhin gut in der Schule.
I.2. Dokumente:
Ende 2004 waren alle bereits länger im Haus wohnenden Kinder dort auch offiziell registriert. 2005 sollte der Prozess für die Erwachsenen sowie für neue Bewohner fortgesetzt werden. Hier mussten wir nun erfahren, dass teilweise wohl Fehler gemacht wurden, hierzu mehr im zweiten Teil des Jahresberichts („Momentane Situation“).
I.3. Garten:
Die Ernte 2005 war zwar nicht so gut wie im ersten Sommer (2003), aber sie hat doch immerhin zu beachtlichen Mengen an Eingemachtem geführt, das nun über den Winter genutzt werden kann. Nach wie vor gibt es einige Kaninchen und Ziegen in Rogatschowo, die Anzahl ist jedoch nicht weiter erhöht worden. Nach dem Einzug ins neue Haus sollen neue Ställe für die Haustiere gebaut werden. Dann wird es auch Platz für weitere Tiere geben.
I.4. Charakteristika der Bewohner und ihrer Entwicklung:
Die einzelnen Kinder und ihre Entwicklung sind auf im Folgenden beschrieben.
Doch zunächst zu den Erwachsenen, die im Haus leben:
Zeitweise lebten drei Hausmütter in
Rogatschowo: Elena, Nadia, Lena.
Nadia, hat das Projekt im Sommer 2005 verlassen, um anderenorts auf eigenen
Beinen zu stehen.
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Elena I., August 2004 |
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Elena Istomina ist Mitte 30, sie hat am 21. Januar Geburtstag. Sie hat einen großen Teil ihres Lebens auf der Strasse verbracht und nach Jahren der Obdachlosigkeit in Rogatschowo erstmals wieder eine feste Bleibe. Sie hat keine eigenen Kinder, hat aber ein sehr gutes Verhältnis zu den Kindern von Phönix aufgebaut, begleitet sie zur Schule, zu Arztbesuchen, und ist für alle weiteren Fahrten, die mit den Kindern unternommen werden müssen, zuständig. Teilweise wird sie dabei auch weiterhin von Oxana Jegorowa, der Schwester des Projektleiters (s.u.), unterstützt. Im Haus trägt Elena I. v.a. die Verantwortung für Putzarbeiten, Garten und Wäsche. |
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Nadia mit ihrem Sohn Serjoscha bei der Einschulung am 01.09.2004 |
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Nadia Soldatowa ist die Mutter von Sergei Soldatow, einem der Phönix-Kinder. Nach zahlreichen Jahren auf der Strasse hoffte Nadia bei Phönix auf ein geregeltes Leben für sich und das einzige ihrer vier Kinder, das mit ihr zusammenlebte. Da sie verständlicherweise allein den Weg aus der Alkoholsucht nicht bewältigen konnte, wurden seit 2004 mehrfach Versuche unternommen, sie von der Notwendigkeit eines Entzugs und einer Therapie zu überzeugen. Leider war dies jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Im Sommer 2005 fiel der beidseitig getragene Entschluss, dass Nadia ihr Leben außerhalb von Phönix fortsetzen würde (z.Zt. arbeitet sie in einem Landwirtschaftsbetrieb in Südrussland). Es war ihr jedoch ein großes Anliegen, dass Sergei weiterhin in Rogatschowo bleiben solle, um ein geregeltes Leben zu führen und die Schule zu besuchen. Sie tritt immer wieder telefonisch mit ihrem Sohn in Kontakt, um sich nach seinem Wohlbefinden zu erkundigen. |
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Elena K. und ihre Kinder, August 2005
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Elena Kusminych ist die Mutter der Phönix-Kinder Jana und Sergei K. Sie hatte bereits in den vergangenen Jahren immer wieder wochenweise bei Phönix gelebt und die Arbeit unterstützt, wenn sie in Moskau jeweils keine Bleibe hatte. 2005 fällte sie schließlich den Entschluss, dem ungeregelten Leben zwischen Strasse und temporären Unterkünften den Rücken zu kehren und zu ihrer Tochter nach Rogatschowo zu ziehen. Was zunächst als Übergangslösung geplant war, erwies sich im weiteren Verlauf als gute langfristige Lösung, denn Elena K. ist ausgebildete Grundschulpädagogin und kann somit sehr gut und qualifiziert etliche Aufgaben im Bereich der Kinderbetreuung wahrnehmen. Zunächst lebte nur ihre Tochter Jana bei Phönix, nach dem Tod des Vaters holte Elena ihren Sohn, der beim Vater gelebt hatte, im Sommer 2005 ins Phönixhaus, so dass die Familie nun vollständig in Rogatschowo untergebracht ist. |
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Andrei B. Andrei, Sommer 2005
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Vollständiger Name: Andrei Iwanowitsch Burta Geburtsdatum auf Geburtsurkunde: 25.08.1991 Geburtsort auf Geburtsurkunde: Stadt Dmitrov, Region Moskau Bei Phönix seit: Frühjahr 2002 Eltern / Familie: Tatsächlich ist Andrei in Chisinau (Moldawien) geboren, seine Eltern leben wahrscheinlich nach wie vor dort, es gibt auch einen Bruder und eine Schwester, es ist allerdings nicht bekannt, wo sich diese befinden. Geschichte: Seine Eltern haben ihn geschlagen, er lebte zusammen mit dem Vieh im Stall und wäre fast verhungert. Seine Mutter nahm ihn vor etlichen Jahren per Zug mit nach Moskau, und am Bahnhof sagte ihm, er solle auf sie warten, sie müsse nur kurz weggehen. Danach kam sie nie mehr zurück. Später lernte Andrei Maxim K. (s.u.) in einem Kinderheim kennen, und sie zogen von nun an gemeinsam durch Moskau, liefen auch mehrfach gemeinsam aus Kinderheimen fort. Schule: Andrei besuchte anscheinend zwei Klassen in Moldawien. 2003 hatte er noch Schreib- und Leseprobleme, auch Sprechen war recht schwierig, da Russisch nicht seine Muttersprache ist. Dies hat sich auch 2005 weiter verbessert. Andrei besucht zwar mit der vierten Klasse keinen eigentlich altersgerechten Unterricht, kann dieser Stufe aber gut folgen und strengt sich auch entsprechend an. Er wird sicherlich nicht alle neun Schulklassen abschließen, das Ziel ist jetzt vielmehr, dass er genug Schulbildung bekommt, um im Anschluss einen handwerklichen Beruf zu erlernen. Arbeit mit den Händen liegt Andrei und gefällt ihm unserem Eindruck nach auch sehr. Dieses Jahr konnten wir feststellen, dass er auch weiterhin Spaß und Interesse an der Gartenarbeit hat, außerdem hatte er die Möglichkeit, hin und wieder bei den Bauarbeiten am neuen Haus mitzuhelfen, was ihm ebenfalls großes Vergnügen bereitete. Freizeitbeschäftigungen: Andrei spielt auch weiterhin mit Begeisterung Fußball, 2005 erhielt er sogar eine Auszeichnung für seine guten spielerischen Leistungen.
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Andrei S.
Andrei, September 2005
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Vollständiger Name: Andrei Michailowitsch Sinitschkin Geburtsdatum: 27. April 2003 Geburtsort: Domodedowo, Gebiet Moskau Bei Phönix seit: Frühjahr 2005 Familie / Geschichte: Andrei kam gemeinsam mit seinen Geschwistern Anja, Nikita, Vera und Ljuba zu Phönix. Sein kurzes bisheriges Leben hatte Andrei gemeinsam mit der Mutter und insgesamt vier Geschwisterkindern auf der Strasse verbracht. Zurzeit lernt er sprechen. |
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Anja, September 2005
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Vollständiger Name: Anna Michailowna Sinitschkina Geburtsdatum: 17. Juli 1998 Geburtsort: Domodedowo, Gebiet Moskau Bei Phönix seit: Frühjahr 2005 Familie / Geschichte: Anja kam im Juni 2005 über die Suppenküche ins Phönix-Haus. Sie hat noch fünf Geschwister, vier davon leben ebenfalls im Phönix-Haus (Nikita und Andrei, Vera und Ljuba). Schule: Im September wurde Anja eingeschult. Sie war sehr gespannt und voller Vorfreude auf diesen Tag und ging voller Stolz zur Einschulungsfeier. Anja macht sich bisher sehr gut in der ersten Klasse. Freizeit / Hobbies: Anja hat in Jana und Sitora gute Freundinnen gefunden, die sich alle Drei mit Freude um ihre kleinen Geschwister“ kümmern. |
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Dima
Dima, Sommer 2005
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Vollständiger Name: Dmitri Wiktorowitsch Kokowuschkin Geburtsdatum: 26. April 1996 Geburtsort: Wladimir Bei Phönix seit: November 2004 Eltern / Familie und Geschichte: Dima lebte mit seiner Mutter zusammen in Moskau, bis starke Nierenprobleme bei ihm diagnostiziert wurden. Der Arzt empfahl seiner Mutter, aufs Land zu ziehen, da sie dort die Gesundheitsprobleme ihres Sohnes besser in den Griff bekommen würde. Sie befolgte diesen Rat, verkaufte ihre Wohnung in Moskau und erwarb stattdessen ein kleines Haus auf dem Land. Doch das von ihr erworbene Haus brannte schon nach kurzer Zeit ab. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt, die Folge war jedenfalls, dass sie nun keine Wohnstätte mehr hatte. Die Behörden verwiesen sie immer weiter, lehnten alle Anträge ab und trieben sie so auf die Strasse. Mutter und Sohn begannen ihr Leben auf der Strasse, die Gesundheit Dimas verschlechterte sich dramatisch. Sie wurden zu regelmäßigen Gästen der Suppenküche, und im November 2004 fiel der Entschluss, den kranken Dima in Rogatschowo aufzunehmen. Schule: Dima besuchte bislang noch keine Schule, da er wegen seiner Entwicklungsprobleme dem Unterricht nicht folgen können würde und der Prozess seiner Einweisung in eine Sonderschule sich in die Länge zog. Größtes Problem ist nach wie vor die Sprache, er spricht immer noch sehr schwer verständlich und hat dadurch Schwierigkeiten, am Unterricht teilzunehmen. Außerdem ist seine schwer verständliche Aussprache immer wieder Anlass für Hänseleien und Ausgrenzung. Hiermit umzugehen, fällt Dima nicht leicht, seine „Geschwister“ und die Erwachsenen von Phönix unterstützen ihn nach Kräften. Sprachlich war er das ganze Jahr in logopädischer Behandlung. Im letzten Quartal wurden schließlich alle Untersuchungen und Gutachten durch die staatliche Schulkommission abgeschlossen, Dimas Besuch einer nahe bei Rogatschowo gelegenen Sonderschule sollte nun nichts mehr im Wege stehen. Die logopädische Betreuung wird parallel dazu fortgesetzt werden. |
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Fedja
Fedja, Sommer 2005
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Vollständiger Name: Fakhrydin Markamovich Faiziev, Rufname: Fedja Geburtsdatum: 25.01.1993 Geburtsort: Tadschikistan Bei Phönix seit: Sommer 2003 Eltern / Familie: Fedjas Mutter arbeitet als Putzfrau an einem Moskauer Bahnhof, sein Vater wurde vor einigen Jahren ermordet. Fedja spricht nach wie vor nicht darüber, aber ausgehend von Informationen, die wir von seiner Mutter erhalten haben, war er Zeuge dieses Mordes. Nach ihrer Einschätzung ist er etwa seit der Zeit halbseitig teilweise gelähmt. Zwei seiner Brüder sind bei der tadschikischen Armee, ein weiterer ist ebenfalls in Moskau (er weiß allerdings nicht wo). Geschichte: Fedja und seine Mutter haben Tadschikistan nach dem Mord an Fedjas Vater verlassen, um sich dem Bruder in Moskau anzuschließen. Hier muss irgendetwas schief gelaufen sein, denn letztlich landeten sie auf der Strasse. Sie begannen, zur Suppenküche von Phönix zu kommen, hier hörten sie von dem Familienhaus, und schließlich fragte Fedjas Mutter, ob ihr Sohn dort aufgenommen werden könnte. Sie besucht ihn regelmäßig und telefoniert häufig mit Fedja. Die beiden haben ein gutes Verhältnis, Fedjas Mutter musste mit der Zeit einsehen, dass es ihr nicht gelingen würde, ihrem Sohn eine Zukunft in Moskau zu sichern, da sie selbst keine Aufenthaltsberechtigung für Moskau hat und außerdem wegen einer körperlichen Behinderung (ein Fuß ist falsch herum angewachsen) kaum eine Möglichkeit hat, eine gute und offizielle Arbeit zu bekommen. Schule: Fedja hatte in Tadschikistan zwei Klassen abgeschlossen und die dritte begonnen. Unterrichtssprache war Tadschikisch, außerdem spricht er fließend Russisch. Er macht sich phasenweise sehr gut in der Schule, wo er mittlerweile die vierte Klasse besucht. Phasenweise lassen seine Leistungen nach, stattdessen mutiert er jeweils zum Klassenclown. Wahrscheinlich ganz normale altersgemäße Probleme... Gesundheit: Gesundheitlich ist Fedja unser grösstes Sorgenkind. Seit 2004 leidet er an epilepsieartigen Anfällen, außerdem wachsen seine zweiten Zähne nach wie vor nicht nach, und auch die halbseitige Lähmung zeigt keine deutliche Besserung. Im Laufe von 2005 wurden mehrere Untersuchungen von Spezialisten in Moskauer Kliniken durchgeführt, inklusive Computertomographie. Die Bilder der Computertomographie, auf denen klar ein Geschwulst im Gehirn zu erkennen ist, wurden außerdem von Professor D. Rating vom Heidelberger Universitätskrankenhaus begutachtet. Unter den Ärzten haben sich parallel zwei Theorien gebildet: Entweder das Geschwulst besteht bereits seit Fedjas Geburt, oder es ist später durch einen Sturz oder schweren Schlag auf den Kopf entstanden. In beiden Fällen sind sich die Experten einig, dass das Geschwulst auf Nerven drückt und es hierdurch zu der teilweisen Lähmung und den Anfällen kommt. Unterschiedliche Meinungen bestehen jedoch wiederum hinsichtlich der Behandlung: während die einen die Meinung vertreten, es müsse operiert werden, ist die mehrheitliche Ansicht, eine Behandlung mit Epilepsiemedikamenten müsste die Anfälle unterdrücken und eine schrittweise Genesung der motorischen Funktionen herbeiführen können. Momentan wird Fedja medikamentös behandelt, von einer Operation möchten wir aufgrund der großen damit verbundenen Risiken lieber absehen und erst einmal diesen anderen Weg beschreiten. Freizeitbeschäftigungen: Fedja besuchte 2005 weiterhin gemeinsam mit Andrei und Maxim das Fußballtraining. Trotz seiner Koordinationsschwierigkeiten bemüht sich der Trainer sehr um ihn, Fedja macht alle Übungen mit und wird als Motivation sogar bei Spielen aufgestellt. |
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Jana
Jana, September 2005
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Vollständiger Name: Jana Kasbekovna Kuzminykh Geburtstag laut Geburtsurkunde: 1.5.1996 Geburtsort auf Geburtsurkunde: Dmitrow, Gebiet Moskau Tatsächlicher Geburtsort: Region Tscheljabinsk Bei Phönix seit: Frühjahr 2002 Eltern / Familie: Jana kam in Tscheljabinsk im Südural zur Welt. Seit ihrem zweiten Lebensjahr hat sie mit ihrer Mutter auf der Strasse gelebt, nachdem die beiden den Vater in Tscheljabinsk verlassen hatten. Janas Bruder lebte zunächst weiter beim Vater, bis dieser 2004 verstarb. Schule: Bevor sie nach Rogatschowo kam, hatte Jana weder Kindergarten noch Schule besucht, mittlerweile geht sie in die vierte Klasse. Sie bekommt gute Noten, muss allerdings regelmäßig üben und braucht weiterhin Privatunterricht, da sie mitunter im Lerntempo etwas zurückbleibt. Da die Klasse ihrem Alter entspricht, ist das wichtigste für Jana, den Anschluss zur Klasse zu halten. Sie hat einige Freundinnen in der Schule gefunden und fühlt sich dort zunehmend wohl. Freizeitbeschäftigungen: 2004 begann Jana, den Schulchor zu besuchen, dies tut sie auch nach wie vor. Außerdem möchte sie gern einen Tanzkurs besuchen und schwimmen lernen. |
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Zwillinge Katja und Serjoscha September 2005
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Vollständige Namen: Ekaterina Jurewna Bludowa und Sergei Jurjewitsch Bludow Geburtsdatum: 11. Juli 2002 Geburtsort: Wologda, Nordrussland Bei Phönix seit: Frühjahr 2005 Familie / Geschichte: Die Zwillinge kamen Anfang 2005 auf Bitte der Milizmitarbeiter auf dem Kasaner Bahnhof in Moskau zu Phönix. Die Mutter lebt nach wie vor auf dem Bahnhof. Katja und Serjoscha lernen zurzeit das Leben in einer großen Familie kennen. Als die Kinder zu Phönix kamen, waren sie stark vernachlässigt. Auf dem Bahnhof hatten sie sich mit etlichen Krankheiten angesteckt, aufgrund einer früheren Hepatitis A Erkrankung leiden sie an vielfältigen Allergien. Sie wurden gleich zu Beginn ihres Einzugs bei Phönix gründlich medizinisch untersucht. Es wurden mehrere Lebensmittelallergien festgestellt, aufgrund derer sie sich jetzt an einige Ernährungsregeln halten müssen. Eine weitere Behandlung ist laut den Ärzten momentan nicht notwendig. |
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Mascha Mascha, September 2005
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Vollständiger Name: Maria Nurbajewa Geburtsdatum: 05. September 2004 Geburtsort: Moskau Bei Phönix seit: Frühsommer 2005 Familie und Geschichte: Mascha wurde in Moskau auf der Strasse zur Welt gebracht. Bis sie fünf Monate alt war, lebte sie gemeinsam mit ihrer Mutter Malachat auf einer Toilette. Malachat erzählte, sie sei von ihrem Mann verstoßen worden, da sie keinen Sohn zur Welt gebracht habe. Maxim lernte sie über die Suppenküche kennen, und er beschloss, ihr zu helfen. Erster Schritt hierzu war ein Artikel über sie und ihre Mutter im „Moskowski Komsomolez“, Maxim Jegorow konnte eine Arbeit für Malachat finden, in einem Dorf unweit von Rogatschowo. Malachat arbeitete dort als Haushaltshilfe. Leider verließ Malachat im Frühsommer 2005 ihren neuen Wohn- und Arbeitsort und ließ ihr Kind zurück – seitdem lebt Mascha ebenfalls in Rogatschowo. Sie entwickelt sich gut und machte im Sommer ihre ersten Schritte. |
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Maxim
Maxim, Sommer 2005
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Vollständiger Name: Maxim Sergeevich Kusmin Geburtsdatum laut Geburtsurkunde: 11.01.1993 Geburtsort laut Geburtsurkunde: Stadt Dmitrov, Region Moskau Bei Phönix seit: Frühjahr 2002 Eltern / Familie: Maxim kennt Vater und Mutter. Es gibt keine Informationen darüber, ob sein Vater noch lebt, seine Mutter lebt auf dem Bahnhof. Maxims Schwester und sein älterer Bruder leben bei der Großmutter in ihrem Geburtsort im Gebiet Twer. Maxim wollte nicht zu seiner Mutter zurückkehren, da diese Alkoholikerin war. Sie verstarb vor ca. zwei Jahren, Maxim hat sich mittlerweile mit dieser Endgültigkeit abgefunden. Geschichte: Maxim lebte seit 1996 in Moskau, er war gemeinsam mit seiner Mutter in die Hauptstadt gekommen, nachdem diese mit zweien ihrer Söhne von ihrem trinkenden Mann weggelaufen war. Maxim ist mehrfach von seiner Mutter und aus Kinderheimen weggelaufen, mehrmals ist er über längere Zeit bei Nina (der ersten „Hausmutter“) geblieben. Insgesamt ist er sieben Mal aus Kinderheimen ausgebrochen, einige Male gemeinsam mit Andrei B. Schule: Bevor Maxim nach Rogatschowo kam, war er noch nie zur Schule gegangen. Inzwischen besucht er die vierte Klasse und bekommt auch weiterhin gute Noten - bis auf die Phasen, in denen er ähnlich wie Fedja lieber den Klassenclown abgibt. Freizeitbeschäftigungen: Maxim hat unverändert viel Spaß am Fußballspielen. Er trainiert gemeinsam mit Fedja und Andrei bis zu viermal in der Woche, steht bei jedem Spiel auf dem Platz und ist ein wichtiger Teil der Mannschaft, worauf er natürlich sehr stolz ist. Außerdem hat der Independent Media Verlag im vergangenen Sommer und Herbst jeden Samstag Fußball-Wettkämpfe in Moskau organisiert. Die Teilnehmer waren Diplomaten- und sonstige Ausländer-Kinder sowie die Phönix-Jungs.
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Nikita Nikita, September 2005 |
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Vollständiger Name: Nika Michailowitsch Simonin Geburtsdatum: 16. Mai 2001 Geburtsort: Batumi, Georgien Bei Phönix seit: Sommer 2005 Familie / Geschichte: Nikita gelangte gemeinsam mit seiner Schwester Anja und dem Bruder Andrei über die Suppenküche zu Phönix. Er leidet an Epilepsie und ist mittlerweile bei denselben Ärzten in Behandlung wie auch Fedja. Ihm wurde eine Reihe von Medikamenten verschrieben, mit denen die Krankheit reguliert werden soll. Eine weitere eingehende Untersuchung bei einem Epilepsiespezialisten in Moskau ist vereinbart. Nikita hatte sich so sehr an das arme Leben auf der Strasse gewöhnt, an den täglichen Überlebenskampf, der ja das einzige war, was er in seinem jungen Leben bis dahin erlebt hatte, dass er in der ersten Zeit bei Phönix den Hunden ihr Futter wegnahm, um es zu essen. Inzwischen hat er sich aber an das Leben in seiner neuen Familie und an richtige Mahlzeiten gewöhnt und fühlt sich zusehends zu Hause. |
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Sergei K. Sergei, September 2005
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Vollständiger Name: Sergei Kuzminykh Geburtsdatum: 5. März 1994 Geburtsort: Tscheljabinsk Bei Phönix seit: Sommer 2005 Familie / Geschichte: Sergei ist der Bruder von Jana. Er lebte lange bei seinem Vater in Tscheljabinsk, getrennt von der Mutter, doch in der Familie hatte man keine großen Sympathien für ihn. Er wurde häufig geschlagen, doch als Erbe bzw. Stammhalter wurde er geduldet. Nach dem Tod seines Vaters bestand der Schuldirektor jedoch darauf, Sergei aus dieser Familie fortzunehmen. Sergei hatte zwei gebrochene Rippen, durch Schläge beschädigte Nieren, sein ganzer Kopf ist mit Narben übersäht (alles Folgen der „Erziehung“ durch seine Verwandten). Als seine Mutter kam, um ihn abzuholen, weinte Sergei und fragte, ob die Phönix-Kinder ihn überhaupt aufnehmen würden. Inzwischen hat er sich gut eingelebt. Schule: Sergej besucht derzeit die 3. Klasse der Dorfschule in Rogatschowo. Freizeit / Hobbies: Sergei spielt gerne Fußball und geht hier auch bereits zum Training, außerdem besucht er einen Malzirkelö er zeichnet sehr gut und möchte später gern auf die Kunstschule gehen. |
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Sergei S. Sergei, September 2005
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Vollständiger Name: Sergei Sergejewitsch Soldatov Geburtsdatum: 15.12.1997 Geburtsort laut Geburtsurkunde: Stadt Dmitrov, Region Moskau Bei Phönix seit: Sommer 2002 Eltern / Familie: Sergei ist Nadias Sohn, er hatte sein ganzes Leben bis zum Einzug in Rogatschowo 2002 gemeinsam mit seiner Mutter auf der Strasse und in verschiedenen häufig wechselnden Domizilen verbracht. Im ersten Halbjahr 2004 besuchte er den Kindergarten. Der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern hat ihm sehr gut getan, auch der Zwang, sich an eine gewisse Disziplin in der Gruppe zu halten. Dies gilt genauso für die Schule, inzwischen geht er in die 2. Klasse. Ein Verlust war für Sergei natürlich der Auszug seiner Mutter im Sommer 2005. Der Sommerurlaub am Meer hat ihm jedoch offenbar dabei geholfen, sich an ein Leben ohne Mutter zu gewöhnen. Schule: Sergei geht mittlerweile in die zweite Klasse und hat schon deutlich weniger Konzentrationsprobleme als noch zu Beginn seines Schulbesuchs. Besonders bei den Hausaufgaben braucht er allerdings weiterhin enge Betreuung. Freizeit / Hobbies: klettert mit großer Begeisterung auf Bäume, spielt gerne Fußball, liebt Memory spielen und Spielzeugautos, aber auch Fernsehfilme |
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Zwillinge Vera und Ljuba
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Vera Michailowna Sinitschkina und Ljubow Michailowna Sinitschkina sind Geschwister von Anja, Nikita und Andrej. Die beiden Zwillinge kamen Anfang September 2005 in das Phönix-Haus. Vorher lebten sie wohl teils auf der Straße, teils bei der Großmutter und mit der Mutter. Beide wurden laut Geburtsurkunde in Domodedowo/ Gebiet Moskau geboren. |
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Sascha Sascha (rechts) und Serjoscha, September 2005
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Vollständiger Name: Alexander Borisovich Gusev Geburtsdatum: 03.10.1987 Geburtsort: Naro-Fominsk, Moskauer Region Bei Phönix seit: Sommer 2003 Eltern / Familie, Geschichte: Sascha hat den größten Teil seiner Kindheit bei seinen Eltern verbracht, bis beide ihre Arbeit verloren und alkoholabhängig wurden. Sein Vater starb, die Mutter zog auf die Straße, letztlich wurde Sascha in ein Kinderheim eingewiesen. Gespräche mit dem Direktor des Kinderheims, in dem Sascha gelebt hatte, haben ergeben, dass Sascha häufig weggelaufen ist. Bei einem dieser Ausbrüche lernte er die Phönix-Kinder kennen. Sie freundeten sich an, und schließlich fragten die Kinder, ob Sascha bleiben dürfe. Sein häufiges Weglaufen ist auch der Grund, weswegen der Direktor des Kinderheims von Beginn an sehr dafür war, dass Sascha in Rogatschowo bleibt. Das Kinderheim Phönix sei wohl der der einzige Ort, an dem Sascha gern bleibe, an dem er die Schule besuche und den Weg zurück in ein geordnetes Leben schaffen könnte. Sascha ist das älteste der Phönixkinder, den Stimmbruch hat er inzwischen hinter sich, und er hat einen eigenen Pass. Ein kurzer Rückblick auf die Ereignisse im Dezember 2004 und Januar 2005: Ende Dezember 2004 tauchte in Rogatschowo unerwartet ein Krankenwagen des Kinderheims auf, in dem Sascha früher gelebt hatte. Zwei kräftige Herren verlangten, man möge ihnen Sascha mitgeben. Hintergrund für die äußerst eigenartige Geschichte ist wahrscheinlich, dass Sascha mit Erreichen seines 18. Geburtstages (Oktober 2005) Recht auf eine Wohnung in seinem Geburtsort hat, und hieran hatte das Kinderheim wohl Interesse. So besannen sie sich auf ihren Anspruch auf das Sorgerecht für Sascha. Ihr Plan war nun offensichtlich, Sascha in die Psychiatrie einzuliefern. Da dies die dritte Einlieferung in seinem Leben gewesen wäre, hätte er nach russischem Recht automatisch die Mündigkeit verloren, sein Vormund hätte Recht auf all seinen Besitz, so auch auf die Wohnung. So sollte also anscheinend wegen einer kleinen Wohnung die Zukunft eines Menschen zerstört werden. In einer offensichtlich recht aufregenden "Western-Aktion" hat Projektleiter Maxim Jegorow Sascha aus dem Wagen herausgeholt, und in den folgenden Wochen haben Maxim Jegorow und Maxim Murawjow Gesetzestexte gewälzt, Dokumente eingereicht und schließlich das Kinderheim zum Einlenken bewegt. Sascha kam zurück nach Rogatschowo (eine Weile hatten ihn Jegorows bei sich „versteckt“) und ging dort wieder zur Schule. Es folgte eine zweite Entführung direkt aus der Schule, Sascha verbrachte daraufhin mehrere Wochen in seinem alten Kinderheim, bis schließlich im März 2005 vor Gericht zu seinen bzw. Phoenix Gunsten entschieden wurde und er zurückkehren konnte – auch mithilfe der russischen Medien sowie der Übernahme der Vormundschaft durch Olga Jegorowa. Schule / Ausbildung: Sascha ist mittlerweile volljährig und lebt nicht mehr in Rogatschowo, wird jedoch auch weiterhin von Phönix unterstützt. Er hat die Schule abgeschlossen (nach neun Klassen, der Abschluss entspricht in etwa der deutschen Realschule) und im September auf eigenen Wunsch eine Friseurlehre an einer staatlichen Berufsschule begonnen und besucht diese nach wie vor. Da es bei dieser Berufsschule leider kein angeschlossenes Wohnheim gibt, lebt Sascha für die Zeit seiner Ausbildung bei Maxim Jegorows Eltern, weil die Ausbildungsstätte von dort aus deutlich besser zu erreichen ist als von Rogatschowo. |
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Alexei
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Vollständiger Name: Alexei Salawatowitsch Michailow Geburtsdatum: 01. Dezember 1987 Familie / Geschichte: Alexei kam Ende 2004 ins Phönix-Haus. Er hatte bis dahin gemeinsam mit seiner Mutter in einer Mietwohnung in Rogatschowo gelebt. Alexei war bereits seit längerem mit Sascha befreundet und kam häufig zu Besuch. Aufgrund finanzieller Probleme verlor die Mutter die Wohnung und bat darum, Alexei bei Phönix aufzunehmen. Alexeis Mutter versuchte lange Zeit, Arbeit und Wohnung zu finden. Jetzt arbeitet sie in Rogatschowo und mietet dort eine Wohnung. Alexei absolviert inzwischen gemeinsam mit Sascha eine Lehre als Friseur. Er ist häufiger Gast bei Phönix und vergisst all die Kinder nicht, mit denen er ein Jahr lang unter einem Dach gelebt hat. Er kommt häufig zu den Mitarbeitern von Phönix, um mit ihnen über die Lehre zu sprechen. Bei Engpässen bekommt er Unterstützung von Phönix, um seine Ausbildung sicherzustellen. |
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Sitora
Sitora, September 2005
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Vollständiger Name: Sitora Rakhmonalieva Oeva Geburtsdatum: 11.03.1991 Geburtsort: Dushanbe, Tadschikistan Bei Phönix seit: Sommer 2003 Eltern / Familie: Sitora weiß nichts über ihren Vater (oder erzählt nichts), sie ist bei ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester aufgewachsen. Die Mutter ist Russischlehrerin, sie war in den vergangenen Jahren mehrfach mit Sitora in Moskau. Diese “Reisen” begannen etwa vor sechs Jahren, einige Verwandte lebten ebenfalls in Moskau, es gibt aber keinen regelmäßigen Kontakt. Sitoras Mutter arbeitete während ihrer Moskauaufenthalte als Toilettenfrau an einem Moskauer Bahnhof, an dem sie dann auch schläft. Schule: Sitora hat die erste und dritte Klasse in Tadschikistan abgeschlossen. Sie ist sehr intelligent, spricht Tadschikisch, Russisch, und sie versteht Usbekisch. Mittlerweile besucht sie die vierte Klasse und macht sich auch weiterhin sehr gut in der Schule. Freizeit / Hobbies: Sie ist sehr wissbegierig, tanzt und singt mit großem Vergnügen. Außerdem kümmert sie sich mit großem Einsatz um die Kleinkinder, die bei Phönix leben. Sie hilft beim Kochen und beim Lernen, Spaß macht ihr außerdem der Nähunterricht, den Jana und sie von der Frau des Projektmanagers hin und wieder erhalten. Sitora besucht den Schulchor und lernt mit Begeisterung stricken. Zu unserem sehr großen Bedauern wohnt Sitora seit Februar 2006 nicht mehr bei Phönix, ihre Mutter hat sie nach Tadschikistan zurückgeholt, eine erneute Einreise nach Russland wird nicht möglich sein. |
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Vorübergehende Bewohner: Alexander und Lena Alexander und Elena, April 2005
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Vollständige Namen: Alexander und Elena Kowaltschuk Alter: 9 Monate bzw. 6 Jahre Familie / Geschichte: Alexander kam gemeinsam mit seiner Schwester Lena (6 Jahre alt) im März 2005 ins Phönix-Haus. Die Mutter der Kinder war kurze Zeit zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Die Kinder hatten in ihrem Leben noch nichts außer dem Gefängnis gesehen, da sie die Strafe gemeinsam mit ihrer Mutter abgesessen hatten. Die Mutter Tatjana war wegen Diebstahls in Gefangenschaft gewesen, sie hatte auf einem Markt Jeans für ihre Tochter Elena geklaut. Tatjanas Leben ist voller Schwierigkeiten, sie ist selbst in einem Kinderheim in Weißrussland aufgewachsen. Aus diesem Kinderheim holte sie ihr Onkel heraus und missbrauchte sie; er ist Elenas Vater. Als er begann, sich der dreijährigen Tochter Elena sexuell zu nähern, hielt Tatjana es nicht mehr aus und landete so auf der Strasse. Und von der Strasse ins Gefängnis, wo Alexander zur Welt kam. Während die Kinder bei Phönix lebten, hat die Mutter, die entschlossen ist, nicht wieder kriminell zu werden, ihre Probleme ein Stück weit gelöst. Sie arbeitet jetzt in Samara, hat eine Wohnung zugeteilt bekommen. Im Sommer 2005 holte sie ihre Kinder wieder zu sich. |
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I.5. Vergrößerung des Wohnraums:
Als erster Schritt zur dringend benötigten Vergrößerung der Wohnfläche hatte Phönix die zweite Haushälfte gekauft, nach langen juristisch und praktisch bedingten Verzögerungen gehört uns dieser zusätzliche Raum seit 2004. Auch die zweite Haushälfte befand sich ebenso wie große Teile der ersten Hälfte, des Schuppens sowie die beiden Veranden in einem beklagenswerten Zustand. Wegen ihres schlechten Zustands wurde die zweite Haushälfte zunächst nur als Lagerraum für Kleider und Lebensmittel genutzt.
Nach langen Diskussionen und dem Erstellen unterschiedlicher Finanzierungspläne wurde schließlich Anfang 2005 der Entschluss gefällt, von der zunächst geplanten Renovierung der beiden Haushälften abzusehen und stattdessen in ein komplett neues Gebäude zu investieren.
Der Hausbau begann im Sommer 2005, mittlerweile ist nicht nur das Fundament gelegt, sondern die Wände reichen auch schon bis unter das Dach. Eine Fertigstellung des Baus war zunächst für Mai 2006 versprochen, die Baufirma bemüht sich zurzeit aber um eine schnellere Fertigstellung (die natürlich keinen Einfluss auf die Qualität haben darf).
Erste
Spatenstiche, September 2005
Der
Neubau nimmt Formen an, Dezember 2005
Kurz
vor dem Abschluss der 2. Etage – Februar 2006
I.6. Sommerreise
Im Sommer war es Dank der Unterstützung des Diakonischen Werks und der DRGK möglich, alle Kinder, begleitet von Maxim Jegorow und seiner Lebenspartnerin Tamara, für insgesamt drei Wochen in die Ferien zu schicken. Zunächst ging es zehn Tage zum Zelten an den Seliger-See im Gebiet Twer, danach für zehn Tage ans Schwarze Meer. Für einen Teil der Phönix-Kinder war dies der zweite Sommerurlaub, für einige der erste Aufenthalt am Meer überhaupt.
August
2005. Rückkehr vom Schwarzen Meer
Elena I. und Elena K. nahmen am ersten Teil des Urlaubs ebenfalls teil, zelteten also mit am Ufer des Seliger-Sees und genossen ein paar Tage ohne Hausarbeit, denn hier halfen nun alle mit beim Kochen, Grillen, Abwaschen.
Am Schwarzen Meer war die Reisegruppe in einem Ferienheim untergebracht, inklusive Verpflegung. Maxim und Tamara konnten sich also vollständig auf die Freizeitgestaltung konzentrieren, die die Kinder offensichtlich sehr genossen haben. Zum Abschied malten die Kinder den Köchen des Heims noch eine Wandzeitung als Dank für den schönen Aufenthalt.
II. Suppenküche

Ende 2002 endete die Zusammenarbeit mit einer Organisation, die eine tägliche Suppenküche in Moskau organisiert hatte. Die Arbeit der Suppenküche wurde eingestellt. Unsere Erfahrung hatte gezeigt, dass über eine Suppenküche wertvolle Kontakte zu Obdachlosen hergestellt werden können. So begannen Diskussionen über die Gründung einer neuen Suppenküche, und als mit Hilfe der “Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V.” ein regelmäßiger Sponsor gefunden wurde, fiel die Entscheidung, eine tägliche Essensausgabe in einem kleinen Parkstück am Kursker Bahnhof zu organisieren.
Die Suppenküche hat im Juni 2003 ihre Arbeit aufgenommen. Täglich ab 12 Uhr können Obdachlose am Kursker Bahnhof nun eine warme Mahlzeit, ein Stück Brot und einen heißen Tee bekommen. Das Essen wird von einer Privatfirma in der Kantine des Moskauer Schiedsgerichts gekocht, die Köche verdienen sich so zu ihrem geringen Gehalt etwas hinzu.
Ziele der Arbeit sind:
Obdachlose täglich, also regelmäßig, mit warmem Essen zu versorgen; eine Mahlzeit besteht aus einem Becher Tee, ein paar Scheiben Brot und einem warmen Gericht (meist Brei aus Hafer, Reis oder Buchweizen);
Kontakt zur „Welt der Obdachlosen“ zu halten, also nicht den Kontakt zu der Umgebung zu verlieren, aus der die Kinder in Rogatschowo kommen;
Besonders mit obdachlosen Kindern in Kontakt zu bleiben, Aktivitäten für sie zu organisieren, solange sie noch auf der Strasse leben, und sie außerdem besser kennen zu lernen, um schnell reagieren zu können, wenn weitere Wohnplätze eingerichtet werden.
Altkleider an die Obdachlosen zu verteilen, die Phönix von verschiedenen Organisationen und Privatpersonen gespendet bekommt;
Organisation von Banja-Besuchen für obdachlose Kinder (zur gründlichen Säuberung) unter Begleitung eines Phönix-Mitarbeiters;
weitere Unternehmungen mit den obdachlosen Kindern und Jugendlichen zu organisieren: Hierzu gehören Besuche des Puppentheaters (hier haben Phönix-Mitarbeiter vergünstigte Eintrittskarten herausgehandelt), des Moskauer Zoos (der Eintritt ist für unsere Gruppen kostenlos) oder in den Zirkus.
Nach wie vor auszubauen sind folgende Pläne:
Unterricht (in Lesen, Schreiben, Mathe, Musik) für obdachlose Kinder;
Juristische Fragen sammeln, die bei den Obdachlosen auftauchen, und nach Möglichkeit helfen.
Alle neuen Bewohner des Phönix-Familienhauses fanden ihren Weg nach Rogatschowo über die Suppenküche.
III. Mitarbeiter und Unterstützer
Die größte Hilfe, die die Arbeit von Phoenix überhaupt möglich macht, kommt von der „Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V. “ (DRGK), vertreten durch die 1. Vorsitzende Dorothea Volkert. Dorothea Volkert besucht regelmäßig das Projekt und leistet tatkräftige Unterstützung. Annette Holzmayr von der DRGK kümmert sich um Erstellung und Pflege der Phönix-Homepage (www.phoenix-moskau.org)
Maxim Jegorow ist Projektmanager und vor Ort die Hauptperson des Projekts. Er besucht das Haus in Rogatschowo mehrmals in der Woche, er hat alle Dokumente organisiert, führt laufend Verhandlungen mit den relevanten Behörden. Außerdem ist er hauptverantwortlich für die Durchführung der Suppenküche.
Karsten Packeiser aus Deutschland (im Hauptberuf Journalist) ist Koordinator für die ausländischen Partner von Phönix und aktiver Phönix-Helfer vor Ort. Er besucht Suppenküche sowie Familienhaus, um sich dort immer wieder persönliche Eindrücke vor Ort zu verschaffen und diese weiterzuleiten.
Olga Jegorowa (Maxims Mutter) kümmert sich um die Buchhaltung, außerdem verbringt sie einen großen Teil ihrer Freizeit in Rogatschowo.
Oxana Jegorowa (Maxims Schwester) macht ein Fernstudium und muss daher nur an den Samstagen in die Uni. An den meisten anderen Tagen ist sie als Erzieherin in Rogatschowo tätig, hilft den Kindern mit den Hausaufgaben, spielt mit ihnen, liest und schreibt. Auch 2005 hat sie wieder mehrere kleine Theaterstücke und viele Lieder mit den Kindern eingeübt, die diese voller Begeisterung aufführen.
Dagmar Sonderegger wohnt in der Schweiz (bis Dezember 2004 bei einer Marktforschungsagentur in Moskau tätig) und hilft nach ihrem Wegzug aus Russland nun von der Schweiz aus ehrenamtlich mit.
Elena Radchenko aus Moskau (ausgebildete russische Psychologin, tätig in der Marktforschung) ist ehrenamtlich für Phönix tätig, sie besucht häufig das Haus in Rogatschowo und ist Phönix-Koordinatorin bei ARC.
Die evangelische Gemeindegruppe an der deutschen Botschaft in Moskau bringen sich aktiv in die Arbeit von Phönix ein, helfen immer wieder mit finanziellen Spenden und tatkräftiger Arbeit.
Die Ausgaben für Privatlehrer, Psychologen, Schulmaterialien und Erstellung von Dokumenten für die Kinder werden teilweise von der englischen Wohltätigkeitsorganisation ARC (Action for Russian Children) getragen.
Die englische Organisation CICF (Contact International Christian Fellowship) leistet regelmäßige Unterstützung, finanziell und mit Geschenken (z.B. selbst gestrickte Winterkleidung). Außerdem hat CICF Geld für den Bau einer Banja in Rogatschowo gesammelt.
Die Doris-Epple-Stiftung ist Hauptsponsor der Suppenküche.
Die Blagomanz AG aus der Schweiz unter Leitung von Ljuba Manz zählt zu den regelmäßigen und engagierten Unterstützern von Phönix.
Das Verlagshaus Independent Media hilft Phönix seit Sommer 2005 mit Geld- und Sachspenden.
Muslime Helfen stellte 2005 Gelder für Medikamente und Arztkosten zur Verfügung.
Der Moskauer Internet-Shop „Sa Tumanom“ spendete u.a. die Zeltausrüstung für den Sommerurlaub.
Das Diakonische Werk Baden beteiligte sich über drei Jahre lang an der Finanzierung des Unterhaltes der Phönixkinder. Es ermöglichte den Ferienaufenthalt der Kinder am Schwarzen Meer und am Seliger See.
Die Software AG Stiftung und die Schmitz-Stiftung finanzieren den Neubau.
Udo Reitz aus Bad Honnef organisiert auf kreative Art und Weise Geld- und Sachspenden für die Phönixkinder.
Weitere finanzielle Unterstützung sowie Kleiderspenden erreichen uns von engagierten Personen und Organisationen aus Russland, Deutschland, England und der Schweiz.
IV. Aktuelle Situation
Bereits einmal im Laufe von 2005 hatte die Dmitrower Kreis-Verwaltung versucht, gegen Phönix vorzugehen. Wegen angeblich unhaltbarer hygienischer Zustände im Haus, einer mangelnden Wohnfläche und fehlender rechtlicher Grundlagen für das Bestehen des Phönix-Hauses klagte die Staatsanwaltschaft auf Fortbringung der Kinder in staatliche Heime. Der Prozess endete mit einer Niederlage der Behörden, das Gericht machte keinerlei Auflagen.
In der Zwischenzeit fuhr ein schwer bewaffnetes Rollkommando der Sonderpolizei OMON vor dem Phönix-Haus vor, weil die Sicherheitskräfte den Hinweis erhalten hatten, in dem Haus würden sich tschetschenische Terroristen verbergen. Anschließend wurde auf anonyme Anzeigen hin zwei Mal hintereinander die gesamte Phönix-Buchhaltung der vergangenen drei Jahre von der Wirtschaftspolizei geprüft. Die Ermittlungen ergaben, dass die Organisation keiner illegalen Tätigkeit nachgeht. Nach dem Abschluss aller Untersuchungen und des Gerichtsverfahrens fühlten sich alle Beteiligten seit Baubeginn auf der sicheren Seite. Leider war dies ein Trugschluss:
Am frühen Morgen des 14. Dezember fuhr ein Konvoi von Kleinbussen in Rogatschowo vor, alle 16 Kinder wurden in einer Nacht- und Nebelaktion gewaltsam aus dem Haus gebracht. Die beiden Hausmütter (Elena I. und Elena K.) waren zuvor aufs Polizeirevier gebracht worden, wohl, damit sie keinen Widerstand während der Aktion leisten konnten. Dokumente, die die Aktion gerechtfertigt oder auch nur begründet hätten, wurden lange Zeit keine vorgelegt, erst Tage später erhielt Maxim Jegorow einen angeblich vom Landrat der Region stammende Verfügung – angeblich, denn sie war weder unterzeichnet noch mit einem rechtskräftigen Stempel versehen.
Die Kinder wurden auf unterschiedliche Kinderheime und Krankenhäuser verteilt, es dauerte z.T. Wochen, bis bekannt war, wo sich die einzelnen Kinder aufhielten. Zwei Jungen – Maxim und Andrei B. – wurden in das Moskauer Kinderheim gebracht, in dem sie zuletzt gelebt hatten. Der Leiter vor Ort hatte selbst keinerlei Verständnis für die Aktion und gab die Jungen, nachdem sie selbst diesen Wunsch ausgesprochen hatten, an Maxim Jegorow zurück. Leider wurde ihm dies einige Zeit später von den Behörden (es ist nicht bekannt, von welchen) deswegen unter Druck gesetzt und auf seine dringende Bitte hin gingen Maxim und Andrei vorübergehend in sein Heim zurück.
In den folgenden Tagen und Wochen erfuhr die Aktion des Dmitrower Jugendamtes bzw. die Situation von Phönix viel, v.a. unterstützende, Beachtung in der russischen und deutschen Presse. Dies wurde auch bewusst von Phönix gefördert, denn die Erfahrung im Fall von Sascha (s.o.) hatte gezeigt, dass permanente Aufmerksamkeit von außen ein zu eigenmächtiges Handeln der Behörden gegebenenfalls verhindern oder zumindest einschränken kann. Ob die Rechnung dieses Mal aufgegangen ist, ist leider immer noch nicht abzusehen.
Zahlreiche Unterstützer von Phönix – Einzelpersonen wie Wohltätigkeitsorganisationen, Vereine, die Deutsche Botschaft, Pfarrer Amling von der evangelische Gemeindegruppe an der deutschen Botschaft in Moskau, die Vorsitzenden des CICF, Frau Manz vom Russki Klub in Zürich u.v.a.m. – haben sich seitdem an die offiziellen Stellen gewandt mit Bitte um Unterstützung. Wir möchten uns an dieser Stelle bei Ihnen allen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung bedanken und hoffen sehr, dass wir alle auch in Zukunft für das Wohl der Kinder eintreten können und werden!
Auch in Rogatschowo wurden Unterschriften für die Rückkehr der Kinder gesammelt, und im Laufe eines einzigen Vormittages kamen mehrere Hundert Unterschriften zusammen. Ein Zeichen für einen gewissen Rückhalt im Ort, der natürlich sehr gut für Phönix ist. Auch die Lehrerinnen der örtlichen Schule haben sich hinter Phönix gestellt, obwohl die örtliche Bildungsbehörde allen Pädagogen schwere Konsequenzen androhte, sollten sie sich für die Kindern stark machen.
Da der Kernpunkt in den Vorwürfen gegen Phönix offenbar der fehlende Platz im Haus ist, hat das für den Neubau verantwortliche Bauunternehmen versprochen, das neue Haus nicht erst wie zunächst vereinbart im Mai, sondern schon früher zu übergeben. Allerdings können sie hier natürlich keine Garantien geben, da die Bauzeit nicht nur von der geleisteten Arbeit, sondern auch von äußeren Faktoren wie Materialien und Witterung abhängig ist. Bilder vom Fortschritt des Baus finden Sie auf der Homepage des Architekten: http://domtexstroy.narod.ru/dd.html.
Über Weihnachten reiste Dorothea Volkert, 1. Vorsitzende der DRGK, spontan nach Moskau, um dort unterstützend tätig zu werden. Sie konnte an einem Treffen mit offiziellen Vertretern der Verwaltung von Dmitrow teilnehmen und einen Teil der Kinder im staatlichen Kinderheim und im Krankenhaus besuchen. Auch die Kinderrechtsbeauftragte der Russischen Föderation besuchte das Phönix-Haus und alle Kinder. Im Anschluss sprach sie sich klar zugunsten von Phönix aus.
Gesundheitlich machte die ganze Aktion v.a. Fedja zu schaffen, dem nicht erlaubt worden war, seine Medikamente mitzunehmen. Inzwischen ist er nicht mehr im staatlichen Kinderheim, es geht ihm wieder etwas besser. Über weitere Details des Ablaufs der Ereignisse können Sie sich laufend auf unserer Homepage informieren. Mit Hilfe eines Anwalts werden zurzeit alle Dokumente von Phönix überprüft und wo nötig aktualisiert, ergänzt oder korrigiert. Außerdem laufen zwei Sorgerechtsprozesse.
Eine traurige Facette des ganzen ist, dass die Kinder all ihr „Straßenwissen“ keineswegs verloren haben (obwohl das natürlich auch gut ist zu ihrem Selbstschutz): Sergei und seine Schwester Jana sind mittlerweile aus dem jeweiligen Kinderheim fortgelaufen und leben aber wieder bei ihrer Mutter im Phönix Haus – Maxim und Andrei drohen ebenfalls mit Weglaufen, da ihnen alles zu lange dauert. Maxim Jegorow tut jedoch alles, um sie vom Bleiben in dem staatlichen Heim zu überzeugen, um so die Lage nicht noch weiter zu verkomplizieren.
Die Situation erfährt fast tägliche neue Entwicklungen, Neuigkeiten hierzu gibt es jeweils so zeitnah wie möglich auf der Homepage.
VIELEN DANK Ihnen / Euch allen im Namen von Phönix für die vielfältige und großzügige Unterstützung im Laufe des letzten Jahres und vor allem natürlich in der letzten Zeit!
P.S. Die Adresse der Homepage ist http://www.phoenix-moskau.org.
Hier finden Sie auch alle weiteren Kontaktdaten sowie aktuelle Informationen.
Ihr Phönix-Team