Archiv - Aktuelles  - Nachrichten aus 2005/2006

Zur Framedarstellung

zurück zu Aktuelles 2007

Bis zum 14. Dezember 2005 lebten 16 Kinder zusammen mit ihren zwei Pflegemüttern im Phönix-Kinderhaus. Vera und Ljuba, die 1,5 Jahre alten Zwillinge, waren im September neu über die Phönix-Suppenküche in Moskau nach Rogatschewo gekommen. Dort wohnten schon seit dem Frühjahr 2005 ihre drei Geschwister Andrej, Nikita und Anja. Die kleine Mascha (1 Jahr) war ein weiteres Mal von ihrer Mutter verlassen worden und gehörte als jüngstes Kind zu den ständigen Bewohnern im Haus.

Am frühen Morgen des 14. Dezember 2005 drangen bewaffnete Polizisten(Innen) und Beamtinnen der Sozialbehörden in Dimitrow ohne rechtliche Grundlage  in das Haus ein, lockten die Mütter unter einem Vorwand aus dem Haus  und zwangen danach die jungen Bewohner  unter unmenschlichen Bedingungen und nur notdürftig bekleidet in bereits wartende Minibusse vor dem Haus. Dem kranken Fedja wurde nicht erlaubt, seine Medikamente mitzunehmen, anderen Kindern verboten die Polizisten, die Toilette aufzusuchen. Sechs Kinder wurden zunächst in das Prijut "Haus des Vertrauens" in Dimitrow gebracht, die anderen Kinder verteilte man auf weitere Heime und Krankenhäuser in Moskau und in der Region.  

Wir versuchen derzeit die Kinder in das Phönix-Kinderhaus zurück zu bekommen und dokumentieren hier die Lage so aktuell wie möglich.

Aufzählung

Aktuelles:

Oktober 2006

Am 18.10.06 ist nun auch endlich die kleine Mascha zurückgekehrt. Mit ihr sind nun wieder sieben Phönix-Kinder zusammen. Hierzu gehören auch Andreij und Sascha, die bereits eine Ausbildung absolvieren und hierbei von Phönix begleitet werden.

Der kleine Maxim ist aus dem Heim weggelaufen. Nachdem eine Kommission das Heim Nr.70 in Moskau aufsuchte, wurde plötzlich entschieden, dass Maxim dort nicht hin gehört und er in die Stadt Selenograd verlegt werden soll. Der kleine Junge, nun restlos mit dem ewigen Hin und Her überfordert, nahm sein Schicksal selbst in die Hand. Er fuhr mit dem Zug bis Dimitrow und von dort aus lief er zu Fuß nach Rogatschewo. Ein sehr weiter und gefährlicher Weg - wir alle sind dankbar, dass dem Jungen hierbei nichts passiert ist. Maxim betont, dass er nicht mehr ins Heim geht. Lieber will er wieder zurück auf die Straße, wenn die Behörden ihm nicht gestatten in Rogatschewo zu bleiben. Was ihn im Heim Nr.70 durchhalten ließ, war sein "Bruder" Andrej, der nun in einem Wohnheim lebt. Für den kleinen Maxim ist seine "Familie" in Rogatschewo. Maxim Jegorow bemüht sich nun darum, das der Junge bleiben darf. Er steht bereits mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung, um üblem Verleumdungen, wie in der Vergangenheit seitens der Dimitrower Behörden, vorzubeugen.

Endlich gibt es gute Nachrichten. Der Sorgerechtsprozess um die kleine Mascha ist gewonnen. In zehn Tagen, wenn die Urteilsbegründung schriftlich vorliegt und damit rechtskräftig ist, wird Mascha zurückkehren können. Innerhalb des Prozessverlaufs kam ans Tageslicht, dass die Behörden Papiere gefälscht hatten, um das Urteil zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
 



September 2006

Muslime helfen e.V. unterstützt von September 2006 bis September 2007 mit 2400,- Euro die medizinische Versorgung der Kinder und Betreuerinnen im Phönix-Haus.

Der Hausbau zieht sich in die Länge. Anstrengende Verhandlungen mit dem Architekten, der sich nicht an seinen Vertrag hält und auf mehr Geld hofft, verzögern die Bauarbeiten. Da der Stall bereits abgerissen ist, ist es wichtig, dass die Bauarbeiten zu Ende gebracht werden und die Kinder bis zum Winteranfang umziehen können. Für den Einbau der Heizung und den Anschluss von Wasser- und Abwasserversorgung werden weiterhin Sponsoren gesucht.
Zu diesem Zweck besuchte die Vorsitzende des Schweizer Russkij-Clubs das neue Phönix-Kinderhaus. Ihre Entscheidung, inwiefern sie Phönix unterstützen kann, steht noch aus.

Andrej, der im Moskauer Kinderheim Nr. 70 untergebracht wurde, konnte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer in Moskau beginnen. Er lebt nun in einem Wohnheim in Moskau und kommt immer freitags bis montags zu Maxim Jegorows Mutter Olga. Dort lebt auch Sascha, das älteste Phönix-Kind. Gemeinsam verbringen sie das Wochenende.

Das internationale Fußballspiel von Independent Media hat wieder begonnen und die Phönix - Kinder sind erneut jeden Samstag  mit Begeisterung dabei. Auch Maxim, der immer noch im Kinderheim Nr. 70 in Moskau lebt, nimmt daran teil. Für ihn, Andrej, Sascha, Fedja, Serjoscha und Jana ist das Anlass zur Freude.

Das Diakonische Werk Baden hat für Einrichtung und  Ausstattung des Phönix-Kinderhauses 6800,- Euro gespendet.

August 2006

Filmfestival der Tageszeitung Moskowskij Komsomolez: Premierefilme wurden von einer Jury aus Moskauer Bürgern bewertet. Die Phönix-Kinder bildeten die Kinderjury. Sie fuhren täglich nach Moskau, schauten sich Filme an und gaben ihre Wertung ab. Daneben trafen sie sich mit bekannten russischen Filmschauspielern und Regisseuren. Zum Abschluss waren sie Ehrengäste bei der Preisverleihung im Zentrum von Moskau.

23. Juli 2006

Am Wochenende sind die Phönix-Kinder in die Ferien gefahren. Nach dem erfolgreichen Zelturlaub am Seliger-See im vergangenen Sommer geht es erneut an den selben Ort. Das Wetter ist bislang fabelhaft – heißt es in einer SMS, die  vom Zeltplatz mitten in der Wildnis Karsten Packeiser in Moskau erreichte. Weil der unschöne Konflikt mit der Kreisverwaltung Dmitrow während der letzten Monate viel Zeit und Kraft gekostet hat, ist leider der ursprüngliche Zeitplan für den Haus-Neubau in Rogatschowo gehörig durcheinander geraten.
Inzwischen sind jedoch die Arbeiten zum Innenausbau des neuen Phönix-Hauses angelaufen. Die Fußböden sind verlegt, die Wände glatt geschliffen, Dach und Zwischendecken mit Dämmstoffen isoliert.
Der Prozess um die Rückgabe der kleinen Mascha ist wegen Gerichtsferien vorerst ins Stocken geraten. Leider wird sich die Rückgabe des Kindes nun voraussichtlich bis Ende August hinausverzögern.

07. Juni 2006

Die Mutter der kleinen Mascha hat es geschafft alle notwendigen Papier zusammen zu tragen, die sie als die leibliche Mutter ausweisen. Eigentlich dürfte ihr nun das Kind, das immer noch in einem Krankenhaus untergebracht ist, nicht mehr vorenthalten werden. Die Ärzte ließen sie jedoch nicht zu dem Kind, auf dem Jugendamt hatte man angeblich keine Sprechstunde. Als Maschas Mutter dann einige Tage später kam, sollte sie ein Papier unterschreiben, aus dem hervorgeht, dass Maxim Jegorow ihre Tochter schlecht behandelt habe. Sie hat natürlich nicht unterschrieben und hat ihre Tochter nicht bekommen. Maxim Jegorow hat daraufhin wieder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Diese gibt der Mutter Recht, doch das Jugendamt verlangt nun einen Bluttest, der bezeugen soll, dass sie die Mutter ist..... Dieser Test kosten 4000 Dollar, dieses Geld hat die Mutter natürlich nicht. Sie ist inzwischen ziemlich verzweifelt, will unbedingt ihre Tochter zurück. Der Anwalt von Phönix konnte sie beruhigen, das Jugendamt habe nicht das Recht, diese Forderung zu stellen. Wenn sie einen Bluttest wollen, dann sollen sie ihn beantragen und selbst bezahlen. Maxim Jegorow war bereits mit der Mutter bei einem Notar. Die Mutter hat eine Vollmacht unterzeichnet, damit  er ihre Rechte und die des Kindes vertreten kann. Natürlich ist dieses Papier nicht kostenlos..... Aber es gilt für drei Jahre. Das gleiche Papier hat auch Fedjas Mutter unterzeichnet - die Behörden geben immer noch keine Ruhe und wollen wohl  unbedingt, dass der Mutter das Sorgerecht entzogen wird. Obwohl die Staatsanwaltschaft nicht bereit ist, eine erneute Klage anzunehmen.

19. Mai 2006

Dorothea Volkert wird am 25. Mai in Moskau erwartet. Gemeinsam mit Maxim Jegorow und Karsten Packeiser wird sie das Haus begutachten und die weiteren Schritte für die Einrichtung und Inbetriebnahme des Hauses planen und organisieren.

Der Jahresbericht 2005 ist nun auch in englischer Sprache abrufbar. Unter Projekte Stichwort:  "Status Report 2005"

Eine Bildergalerie über die Bauarbeiten und das Haus finden sie in unserer Fotogalerie unter dem Stichwort
"Die Entstehung des neuen Phönix-Kinderhauses"

Fedja darf nun auch endlich wieder zur Schule gehen. Die Staatsanwaltschaft hat Bildungsamt und Direktorin befohlen, ihn umgehend wieder aufzunehmen.
Die Schuldirektorin  und die Amtschefin haben sich zudem einen offiziellen Verweis eingehandelt. Fedja wurde in der Schule von seinen Mitschülern und Lehrern mit großer Begeisterung wieder aufgenommen.

Maxim Jegorow und Karsten Packeiser arbeiten intensiv an der Rückführung der Kinder in das Phönix-Kinderhaus. Die Vorwürfe und Anschuldigungen die die Dimitrower Behörden immer wieder ins Feld schicken haben sie mehrfach widerlegt und mit der Unterstützung eines Moskauer Rechtsanwalts auch juristisch Stellung bezogen.

Alle Phönix-Verantwortlichen kämpfen weiter darum, einer maximale Zahl von Kindern wieder eine Rückkehr in das (neue) Phönix-Haus in Rogatschowo zu ermöglichen. Nach allen Ereignissen der letzten Monate müssen wir allerdings eingestehen, dass nicht mehr alle bisherigen Bewohner weiter dort leben werden. Das älteste Mädchen, Sitora Ojewa, ist mit seiner Mutter nach Tadschikistan ausgereist, eine Rückkehr nach Russland ist rechtlich und praktisch äußerst unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass Sitora wegen des in Tadschikistan niedrigen Mindestalters schon bald verheiratet werden wird. Die Mutter zweier weiterer Phönix-Kinder ist inzwischen verschollen, nach allen geltenden Regeln müsste ihr das Sorgerecht entzogen werden. Die in ein Heim im nordrussischen Wologda verbrachten Zwillinge Jekaterina Bludowa und Sergej Bludow können daher wahrscheinlich nur noch zu Phönix zurückkehren, wenn sie jemand adoptiert.

In allen Fällen, in denen die Eltern darauf bestehen, dass ihre Kinder wieder in dem Phönix-Haus leben, müsste eine Rückkehr dagegen realisiert werden können. Die drei derzeit im Haus lebenden Kinder dürften in Zukunft nicht mehr von weiteren Gewaltmaßnahmen bedroht sein.

Nach dem Geschehen der letzten Monate lässt sich schwer abschätzen, wie sich die weiteren Beziehungen zur Kreisverwaltung gestalten werden. Bei einem Treffen mit Landrat Valeri Gawrilow im März forderte dieser uns auf, das neue Haus fertig zu bauen. Anschließend werde es „keine Probleme“ mehr geben, versicherte er. Gawrilow scheint beschlossen zu haben, den Konflikt auszusitzen und von selbst keine personellen Konsequenzen aus den Vorgängen zu ziehen. Nach unseren Informationen aus der Verwaltung scheint er aber nach dem Negativecho auf die Hausräumung auch keine weiteren Großaktionen gegen Phönix mehr zu wollen.

Eine Reihe von Verwaltungsbeamten, in erster Linie die Jugendamtschefin Jelena Morosowa und die stellvertretende Kreischefin Jelena Winogradowa, sehen dies freilich offenbar anders, denn dem Verein wurden auch nach dem Treffen weiter Steine in den Weg gelegt (Verschleppung der Einbürgerung des Heimleiters, zeitweise Sperrung des Phönix-Kontos, das oben erwähnte Beschulungsverbot , Karsten Packeisers vorübergehende Festnahme nach einem Besuch im staatlichen Kinderheim, Verzögerungen bei der Ausstellung der nötigen Papiere für das neue Haus etc.) Diese Behinderungen sind zwar für Phönix unangenehm zeit- und arbeitsintensiv, dürften allerdings früher oder später stoppen, da sie allesamt für die Initiatoren fruchtlos blieben und im Gegenteil die Reputation der Verwaltung immer weiter schädigen.


18. April 2006

Die Bauarbeiten an dem neuen Haus schreiten weiter voran. Die Veranda wurde fertig gestellt und die Arbeiter sind dabei das ganze Haus zu streichen. Derzeit plant der Vorstand von "Phönix" die Inneneinrichtung, so dass das Haus möglichst bald bewohnt werden kann.

Aufgrund umfassender Bauarbeiten am bisherigen Standort der Phönix-Suppenküche in Moskau muss ein neuer Standort gesucht werden. Die Suppenküche wird weiterhin ein Schwerpunkt der Arbeit von "Phönix" sein.

Die beiden Kinder der Hausmutter Jelena Kusminych dürfen endlich wieder offiziell zur Schule gehen. Für Fedja ist dies leider derzeit  noch nicht möglich.

06. April 2006

Das neue Phönix-Kinderhaus April 2006 Die Baustelle macht Fortschritte. Die Rückführung aller Phönix-Kinder steht jedoch weiterhin im Ungewissen. Die Phönix-Verantwortlichen kümmern sich weiterhin intensiv um die Klärung aller ungerechtfertigten Anschuldigungen und versucht den Kontakt zu den Kindern in den Heimen nicht abreisen zu lassen.

Der Jahresbericht 2005 von Phönix liegt vor und kann hier abgerufen werden.

09. März 2006 - Gericht entscheidet zugunsten von Phönix-Hausmutter

Die Sorgerechtsklage des staatlichen Kinderheims "Haus des Vertrauens" gegen Phönix-Hausmutter Jelena Kusminych ist am 9. März vom Stadtgericht Dmitrow abgewiesen worden. Die Richterin sowie eine anwesende Staatsanwältin kamen zu dem Schluss, dass die Heimdirektorin Issajewa keinen einzigen ernsthaften Grund dafür vorlegen konnte, die eine Einschränkung des Sorgerechts hätte rechtfertigen können. Die detaillierte Urteilsbegründung wird in wenigen Tagen vorliegen.

Jelenas Kinder, die am 14. Dezember gemeinsam mit allen anderen Phönix-Kindern gewaltsam aus dem Haus in Rogatschowo fortgebracht wurden, waren schon vor Wochen wieder aus dem "Haus des Vertrauens" weggelaufen und leben inzwischen wieder im Phönix-Haus. Da die Direktorin der Dorfschule sich bislang weigerte, die beiden wieder in ihre alten Klassen aufzunehmen, erhielten sie zunächst Privatunterricht.

Verhandlungen mit der Kreisverwaltung von Dmitrow über eine Rückkehr aller illegal aus dem Phönix-Haus fortgebrachten Kinder brachten bislang dagegen noch keinen Durchbruch. Auf der Baustelle für das neue Phönix-Kinderhaus wurden unterdessen die Holzarbeiten am Dachstuhl zum Internationalen Frauentag weitgehend abgeschlossen. Das Bauunternehmen beginnt nun damit, das Dach zu decken sowie anschließend mit dem Einbau von Fenstern und Türen.

22. Februar 2006
Dorothea Volkert, Vorsitzende der Deutsch-Russischen-Gesellschaft Kraichgau e.V.,  wird am Donnerstag in Moskau erwartet. Sie wird die Kinder besuchen und sich einen aktuellen Überblick bei den zuständigen Behörden über eine mögliche Rückführung der Kinder in das Phönix-Kinderhaus verschaffen.

20. Februar 2006 – Peinliche Pannen bei Sorgerechtsprozessen gegen Phönix-Mütter
Das staatliche Heim „Haus des Vertrauens“ hat seine Sorgerechtsklage gegen die Mutter von Phönix-Kind Fedja zurückgezogen. Das Verfahren am Montag war somit nach nur zehn Minuten wieder beendet. Den Klägern war es offensichtlich sogar zu peinlich, überhaupt noch einen Vertreter ins Gericht zu schicken.

Noch kurioser verläuft unterdessen der ebenfalls von den Behörden in Dmitrow initiierte Sorgerechtsprozess gegen die Phönix-Hausmutter Lena, die leibliche Mutter von Jana und dem älteren Sergej. Anstatt wie erwartet in der vergangenen Woche das Urteil zu verkünden, erklärte die Richterin – immerhin anderthalb Monate nach Prozessbeginn – sie müsse den Fall wegen Befangenheit zurückgeben. Wie sich herausstellte, ist die Direktorin des „Hauses des Vertrauens“ ihre Schwägerin. Eine neu bestimmte Richterin muss das gesamte Verfahren im März nun voraussichtlich von vorne beginnen.

Beide Prozesse waren offenbar als Straf- und Einschüchterungsmaßnahme gegen die beiden Mütter gedacht, die die ganze Zeit, seit der willkürlichen Räumung des Phönix-Hauses in Rogatschowo, mit großem Mut für eine Rückkehr der Kinder kämpfen.

12. Februar 2006
Vor dem Gericht in Dmitrow haben zwei Sorgerechtsprozesse gegen die Hausmutter Jelena, die leibliche Mutter von Jana und Serjoscha, sowie gegen die Mutter von Fedja begonnen. Beide Frauen hatten zuvor offiziell Anzeige wegen der Zwangsräumung des Phönix-Hauses erstattet und sollen nun offenbar für ihre Zivilcourage bestraft werden. Phönix und die leiblichen Mütter der Phönix-Kinder haben inzwischen den Beistand professioneller Juristen aus Moskau.

Die Schule in Rogatschowo wird derzeit von der Verwaltung massiv unter Druck gesetzt, weil die Klassenlehrerinnen der beiden Phönix-Kinder bei dem Sorgerechts-Prozess als Zeugen auftraten und dabei eindeutig zu deren Gunsten aussagten. Auch der Druck auf Phönix-Heimleiter Maxim Jegorow lässt nicht nach. Nahezu jeden Tag wird er unter teils absurden Vorwänden zu Vernehmungen zur Polizei vorgeladen.

Sitora, das älteste Mädchen aus dem Phönix-Haus, ist unterdessen gemeinsam mit ihrer Mutter nach Tadschikistan zurückgekehrt. Sie wird in Zukunft in Duschanbe leben.

Die Bauarbeiten am neuen Phönix-Haus in Rogatschowo laufen trotz eisiger Temperaturen von bis zu 30 Grad Frost mit Hochdruck weiter. Inzwischen ist auch das mittlere Stockwerk nahezu fertig, die Arbeiten am Dachgeschoss haben begonnen.

30. Januar 2006

Jana, die Schwester von Sergej und die Tochter von Hausmutter Lena, ist nun ebenfalls aus dem Prijut weggelaufen. Sie ist, wie ihr Bruder Serjoscha, bei ihrer Mutter.

29. Januar 2006

In unserer Fotogalerie finden sie Bilder, die den Besuch von Dorothea Volkert im Prijut dokumentieren und Fedjas Weihnachtsfest bei Familie Packeiser.

Serjoscha ist mittlerweile bei seiner Mutter Lena angekommen und glücklich nicht mehr im Prijut sein zu müssen. Obwohl die Wegnahme Serjoschas von seiner leiblichen Mutter illegal war, versuchen die Behörden nun Lena das Sorgerecht zu entziehen. Lena hat einen Moskauer Juristen mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt.

15. Januar 2006

In unseren Unterlagen, die wir nun für Rechtsanwälte und Behörden zusammen stellen, fanden sich Urkunden und Auszeichnungen des Landrates Gawrilow. Diese Dokumente unterstreichen nur die Sinnlosigkeit und Willkür, mit der in dieser Behörde russisches Recht gehandhabt wird. Hier finden Sie einen übersetzten Dankesbrief an Maxim Jegorow, der im Original von Landrat Gawrilow unterschrieben wurde. Des weiteren findet sich ein Dankesbrief der Schule von 2004 an Maxim Jegorow unterzeichnet von der Direktorin und einen Dankesbrief der Schule von 2003 unterzeichnet von Direktorin und Sozialpädagoge der Schule.

Die Originalurkunden können sie als JPG auf ihrem PC anschauen:

Urkunde Schule 1

Urkunde Schule 2

Urkunde Gawrilow

12. Januar 2006

Karsten Packeiser und Dorothea Volkert haben nochmals Kontakt mit der deutschen Botschaft aufgenommen und es werden weiter Gespräche geführt. Die schulpflichtigen Kinder gehen in dieser derzeitig ungewissen Situation nicht zur Schule und erleiden dadurch weitere Nachteile. Maxim Jegorow wandte sich nochmals an die Kinderrechtsbeauftragte aus dem Kreml, Natalia Jakowlewa, die weiter ihre Hilfe zusicherte.

10. Januar 2006

Sitora wurde heute, nach fünfstündigem Verhör ihrer Mutter (die Polizei wartete schon im Prijut auf Sitoras Mutter) und Widerstand Seitens der Heimleiterin, Swetlana I. und der Jugendamtsleiterin Morosowa, letztlich ihrer Mutter übergeben. Leider erreichte uns so auch die Nachricht, dass Sergej, der Sohn von Hausmutter Lena und Bruder von Jana, aus dem Heim weggelaufen ist. Wir machen uns große Sorgen um ihn, da wir nicht wissen wo er ist, noch wie es ihm geht bzw. in welchem Zustand er ist. Dinge wie, hat er eine Unterkunft gefunden, hat er etwas zu Essen, eine Jacke usw. gehen uns mit vielen anderen Dingen sorgenvoll durch den Kopf. Die Kinder Jana, Dima und Serjoscha Soldatow vermissen die anderen Phönix-Kinder sehr und besonders Sitora, die ihnen eine wertvolle "große Schwester" und wichtige Unterstützung ist.
Irgendwie geht den beteiligten Behörden verloren, dass es sich um Kinder handelt, mit denen hier gerade Katz und Maus gespielt wird. Wir wünschen uns ganz einfach einen Menschen, der die Macht hat dieses unwürdige Spiel zu beenden, der auf den Tisch haut und einfach sagt: "Schluss damit, lasst die Kinder zufrieden!" Diese Willkür ist für uns kaum zu ertragen. Karsten Packeiser befindet sich gerade von Moskau auf dem Weg nach Dimitrow, um Näheres zu erfahren.
Schön ist zu wissen, dass so viele Menschen weiter hinter uns stehen. Unsere Sponsoren, von denen sich viele persönlich vor Ort von der guten Arbeit von Phönix überzeugt hatten, helfen uns, wenden sich mit Briefen an die Botschaften usw. . Wir sind dankbar für diese Hilfe und lassen uns trotz der anhaltend unrechten Handlungsweisen der Dimitrower Behörden nicht entmutigen.

Der Architekt des neuen Phönix-Hauses hat auf seiner eigenen Homepage den Verlauf der Bauarbeiten dokumentiert. Leider benötigen die Bilder ziemlich lange Ladezeiten. Dafür wird man mit einem übersichtlichen Bauplan und aktuellen Fotos vom Fortschritt der Bauarbeiten belohnt: http://domtexstroy.narod.ru/dd.html.

01. Januar 2006

Die bebilderte Beschreibung des Sommerurlaubs 2005 der Phönix Kinder liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor (die Bilder sind nun auch sichtbar).
 

Der Jahreswechsel verlief ruhig. Maxim und Elena waren bei unseren Kleinen im Heim im Domodedewo im Südosten Moskaus. Anja und ihre älteste Schwester, (die nicht bei uns lebte, sondern in dem Heim) durften für die Feiertag von ihrer Großmutter abgeholt werden - die Geschwister Andrej, Nikita, Vera und Ljuba sind noch im Heim geblieben.....

30. Dezember 2005

Hier finden Sie einen Brief des "CONTACT INTERNATIONAL CHRISTIAN FELLOWSHIP" aus England, mit dem das Phönix-Kinderhausprojekt unterstützt werden soll. CICF bot darüber hinaus weitere Hilfen an, die wir dankend annehmen. Jedes Engagement, das dazu beitragen könnte die Kinder wieder in das Phönix-Haus zurück zu bringen, ist wertvoll.
Die schlechtere Nachricht für diesen Tag ist, dass Katja und Serjoscha vor drei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen wurden, aber nicht im Heim in Dimitrow ankamen. Nach unseren bisherigen Informationen wurden sie ca. 500 km nördlich von Moskau nach Wologda gebracht. Es ist nun zu befürchten, dass dies auch mit den anderen Kindern, die noch in Dimitrow sind, passiert.

Ein kleines bisschen Humor zum Jahreswechsel haben wir aber trotz allem, d.h. besonders unser kleiner Fedja. Der machte sich einen Spaß daraus, sich so zu verkleiden, dass ihn niemand erkennt. Hier also "Fedja Inkognito":

29.Dezember 2005

Es gibt so viele Neuigkeiten aus Russland, dass man manches davon, wenn man es hört oder noch schlimmer, selbst sieht, gar nicht hätte wissen wollen. Manches, was mir hier per E-Mail zugesandt wird liest sich so unglaublich, so unfassbar, dass ich beim Lesen und Schreiben zwischen Wut und Hilflosigkeit hin und her gerissen bin - und so geht es momentan allen, die sich für das Projekt Phönix engagieren.

Zunächst gibt es wieder neue Zeitungsberichte (in russischer Sprache) - nachzulesen auf unserer Presseseite.

Eine gute Nachricht ist, dass Fedja wieder in Sicherheit und ärztlicher Behandlung ist. Dem Jungen geht es gut und er möchte unbedingt zurück in das Phönixhaus. Derzeit wird er aus Gründen der Sicherheit an einem anderen Ort gut betreut bis sich die Lage auch für die anderen Kinder geklärt hat.
Überall sind derzeit Urlaubs- und Feiertage, so dass sich sehr wenig bewegen lässt. Die wichtigen Ansprechpartner in Behörden sind abwesend, nicht erreichbar oder verleugnen sich, wie im Falle des Landrates Gawrilow aus Dimitrow.
Die deutsche Botschaft versucht sich für Phönix einzusetzen, was bisher aber auch aus den genannten Gründen erschwert wird. Auch der Rems-Murr Kreis versucht mit seinem Partnerlandkreis Dimitrow, vor allem mit Landrat Gawrilow, weiterhin vergeblich, Gespräche zu führen. Auch aus England wurde Hilfe zugesagt, da Phönix auch von einer englischen Organisation (CICF) unterstützt wird.
Die Behörden in Russland verhalten sich absurd, unmenschlich, unhöflich, unprofessionell und sind nicht zum Einlenken in der Situation zu bewegen. Lena, die Mutter zweier Phönixkinder und Hausmutter von Phönix, besuchte ihre Kinder im Heim und lief dabei Gawrilow über den Weg, den sie versuchte anzusprechen. Als dieser hörte, wer sie war, senkte er den Kopf und lief davon - zu einer Stellungnahme war er nicht bereit.
Am 27.12.05, bei einer Talkshow, wurden auch Bilder der Phönix-Kinder aus dem Prijut gezeigt, auf denen sie eifrig Bilder malen. (Sitora wollte unbedingt für Dorothea Volkert ein Bild des Phönixhauses malen - ein Haus mit erleuchteten Fenstern, Sitora meinte, das Phönixhaus. Es war wunderschön und sie wollte es Lena mitgeben. Es war Sitora  wichtig, dass Dorothea Volkert das Bild bekommt. Wahrscheinlich war das die Malaktion, die gefilmt wurde). Am 28.12.05 erfuhr Lena von den Kindern, die stellv. Kreischefin Pospelowa sei mit einem Kameramann im Prijut aufgetaucht und habe ihnen befohlen, mit fröhlicher Mine vor dem Objektiv zu posieren. Anderenfalls würden Jana und Serjoscha umgehend in den Ural und Sitora nach Duschanbe verfrachtet. Es ist unglaublich wie die Kinder von diesen Menschen benutzt werden!
Sitora hat sich als mutiges Mädchen und "große Schwester" für die anderen Kinder in dieser Situation hervorgetan. Sie ist es, die die Milizionäre fragt, ob sie mit ihren eigenen Kindern genauso umgehen würden. Sie berichtete, dass sie bei der Entführung absichtlich schmutzige Kleider tragen sollten. Sitora weigerte sich und wollte die Sachen tragen, die sie auch für die Schule trägt. Sitora berichtet weiter, dass vor dem Haus zwei Minibusse, ein Krankenwagen und jeweils ein Polizeiauto vorne und hinten vorgefahren waren. Die 16 Männer und Frauen haben sich an den verschiedenen Fenstern verteilt, am Eingang stand ein Beamter mit einem Maschinengewehr. Sitora war schlecht, sie hat höflich gebeten, anzuhalten, das wurde jedoch ignoriert, auch eine Tüte hat sie nicht bekommen. Sie musste ins Auto brechen. Andrej pinkelte hinein. Die Erzieherinnen im Heim, in dem die Großen sich zur Zeit aufhalten, verstehen das Ganze auch nicht, sie wurden nicht informiert, man brachte die Kinder einfach vorbei und  verteilte sie von dort.

Maxim Jegorow hat heute (29.12.05) einen Brief erhalten, in dem ihm die Staatsanwaltschaft offiziell mitteilt, dass kein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet wird. Er hat den Text selbst noch nicht gelesen, aber das ganze Schreiben soll sehr gut klingen. Es hat also alle Verleumdung und jede Rufmordkampagne nichts gebracht. Dorothea Volkert berichtete, dass die Staatsanwältin sehr genervt von ihren eigenen Behörden gewesen wäre, von den Anschuldigungen an Maxim. 
Außerdem gab es heute einen Anruf von der Producerin des Talkmasters Malachow. Den Verantwortlichen sei der Verlauf der Sendung sehr unangenehm, eigentlich hätte alles ganz anders laufen sollen. Malachow sei selbst nicht darauf vorbereitet gewesen, dass sogar er von den Dmitrower Beamtinnen niedergebrüllt würde. Das Malachow-Team sei sogar bereit, noch eine Sendung zum Thema Phoenix zu veranstalten. Aber darauf verzichten wir dankend.
Das Herumbrüllen scheint im übrigen der gewöhnliche Umgangston bei den Dimitrower Behörden zu sein, denn ein anderes Verhalten haben sie bisher nicht gezeigt.
Immerhin hat Maxim jetzt Besuchsrecht bei den Kindern - ein kleiner Erfolg, der den Kindern hilft die große Angst ein wenig zu besiegen. (Leider wurde ihm dieses Besuchsrecht dann doch nicht mehr gewährt...)

Um mal wieder etwas erfreuliches von Phönix zu berichten haben wir nun ein bisschen die Informationen aufgearbeitet, die bei all der sonstigen Arbeit liegen blieben. Hier finden Sie eine bebilderte  Beschreibung des Sommerurlaubs der Phönixkinder von Maxim Jegorow. In diesem Bericht verstecken sich 62 Bilder - es könnten noch mehr sein, denn der Urlaub war für die Kinder ein unvergesslich schönes Erlebnis - so dass Sie ein wenig Geduld aufbringen müssen, wenn sie über eine Internetverbindung über Modem verfügen. Es lohnt sich aber auf jeden Fall!
 

22. Dezember 2005

Das Gerichtsurteil, welches die Arbeit von Phönix bestätigt und dem Verein einen rechtlich einwandfreien Status zubilligt, ist von Dagmar Sonderegger übersetzt und der Veröffentlichung zur Verfügung gestellt worden.
BESCHLUSS IM NAMEN DER RUSSISCHEN FÖDERATION

 

21. Dezember 2005

Dorothea Volkert befindet sich heute in Dimitrov, um mit dem zuständigen Landrat zu sprechen, der sich jedoch stetig verleugnen lässt. Die Kinderrechtsbeauftragte aus dem Kreml, Natalia Jakowlewa, war vor Ort, um sich die Situation mit eigenen Augen anzuschauen. Lesen Sie hierzu den Presseartikel von "Russland Aktuell". Fedja ist in ein Krankenhaus gekommen, da er zwei sehr heftige epileptische Anfälle hatte und er seine Medikamente nicht mitnehmen durfte. Maxim Jegorow hat Fedjas Mutter ausfindig gemacht, um nun mit ihr Fedja nach Hause zurück zu holen. Dorothea Volkert meldete sich heute telefonisch in Deutschland und sagte: "Die Welt scheint hier Kopf zu stehen". Die Behörde in Dimitrov versucht mit allen Methoden Phönix in Misskredit zu bringen - sie scheuen weder vor Drohungen, Erpressung von Mitarbeitern im staatlichen Dienst noch vor Streuung übelster Verleumdungen zurück. Nur den Grund, den kennen wir alle nicht - warum wird sich plötzlich so um Kinder "gekümmert", die ohne Phönix schon längst nicht mehr am Leben wären? Die zum Teil immer noch auf dem Bahnhof leben würden, die keine Schule besuchen würden, die auf den Straßen Moskaus nicht mehr wert wären als Abfall? Kinder, die endlich eine Kindheit hatten, ein zu Hause und Menschen, die für sie da sind, sich um sie kümmern und ihnen Liebe und Fürsorge geben.
Eine Anwältin kümmert sich gerade um diese Verleumdungsmethoden und dass die Kinder wieder zu Phönix zurück können. Alle Mitglieder von Phönix und der DRGK e.V. aus Deutschland sind derzeit mit der Suche nach Hilfsmöglichkeiten, Bittgesuchen, Telefonaten, Vergabe von Infomaterial usw. beschäftigt. Wir sind alle weiterhin von dem guten und richtigen Konzept von Phönix überzeugt und vertreten selbstbewusst unsere Arbeit. Wir sind stolz auf das bisher erreichte. Es ist ein Geschenk Menschen wie Maxim Jegorow zu kennen und dessen Engagement zu erleben. Aufgeben kommt für uns alle deshalb nicht in Frage!!!

Wir werden Sie weiter über aktuellen Vorgänge informieren!!!

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Artikel zu den aktuellen Ereignissen:
Die Moscow-Times: "Police Remove Children From Private Orphanage"  http://www.themoscowtimes.com/stories/2005/12/19/010.html
Moskowski Komsomolez: "Детки — к стенке! В Подмосковье разгромили семейный детдом" http://www.mk.ru/numbers/1961/article66819.htm

 

18. Dezember 2005 - Phönix macht weiter!!!

Nach der illegalen Räumungsaktion des Phönix-Heims regt sich in Rogatschowo zunehmend Unmut über das Vorgehen des zuständigen Jugendamtes. Eine von Phönix angeschobene Unterschriftensammlung für die Rückkehr der Kinder wird inzwischen von einer Reihe engagierter Nachbarn organisiert. Eine Helferin berichtet, dass alle Bewohner eines Wohnhochhauses ohne Ausnahme sich dem Offenen Brief an die Behörden angeschlossen haben.
Als erste unterschrieben die Bauarbeiter, die auf dem Grundstück das mit Spenden aus Deutschland finanzierte neue Kinderheim errichten.
Die Brigade wird sich bemühen, das neue Haus nun noch schneller fertig zu bauen, als ursprünglich geplant.
Inzwischen haben die Arbeiten an der 2. Etage begonnen.

Lesen Sie hierzu auch die Stellungnahme der evangelischen Gemeindegruppe Moskau (von Pfarrer  Fridtjof Amling) zur Schließung des Phönix-Hauses und Auszüge aus einer aktuelle E-Mail aus Moskau vom Zentrum für humanitäre Hilfe "Phönix".
 

17.Dezember 2005

Auf unserer Presseseite finden Sie neue Berichte - auch über eine Reportage, die an erster Stelle der Nachrichten  des 1. Fernsehkanals in Moskau  vom 16.12.2005 stand. Leider nur in russischer Sprache, aber ein weiterer Beweis dafür, dass viele Menschen den Kindern helfen möchten.

14.Dezember 2005

Keine Weihnachten für die Kinder in Rogatschewo
Durch eine illegale Aktion des Jugendamtes in Dmitrow steht unser Verein derzeit regelrecht Kopf. 
Die Amtsvorsitzende Jelena Morosowa veranlasste, dass alle Kinder in einer Nacht- und Nebelaktion am frühen Mittwochmorgen aus dem Phonix Haus geholt und in verschiedenen Heimen untergebracht wurden. Dokumente, die die Aktion zumindest formal gerechtfertigt hätten, wurden dabei nicht vorgelegt. Selbst die leiblichen Kinder der Hausmutter Jelena, der niemand das Sorgerecht für ihre Kinder abgesprochen hat, wurden aus dem Phoenix-Haus fortgebracht. Leider wissen wir auch nach zwei Tagen noch nicht von allen Kindern, wo sie sind. Maxim Jegorow hat vorerst lediglich zwei Jungen wieder zurückbekommen, die aus Dmitrow in ein Moskauer Kinderheim verfrachtet worden waren. 
Dessen Leiterin musste jedoch gar nicht erst davon überzeugt werden, dass die Räumung des Phoenix-Hauses völlig illegal war. 
Für sie war der Vorfall selbst unverständlich. Maxim Jegorow ist jetzt auf der Suche nach den anderen Kindern. 
Für uns alle ist das ein schwerer Schock. Aber wir erfahren viel Unterstützung und Anteilnahme, die diese kalte, herzlose und illegale Aktion auf dem Rücken der Phoenix-Kinder verurteilen - auch in russischen Medien. 
Erst in diesem Jahr hatte Maxim Jegorow vor Gericht einen Prozess gegen das Jugendamt und dessen Leiterin Morosowa gewonnen und damit vermeintlich eine einwandfreie rechtliche Grundlage erworben, die den Betrieb des Phonix-Kinderhauses absicherte.
Das Jugendamt verzichtete zwar darauf, dieses Urteil anzufechten, dafür wurde das Phoenix-Haus aber mit Kontrollen und anonymen Anzeigen überhäuft. 
Die Räumungs-Aktion wurde nun mit der absurden Formulierung begründet, dass bei den Kindern "akute Gefahr für Leib und Leben" bestanden habe.   

Wir lassen uns dennoch nicht entmutigen. In der Schweiz, in Deutschland und in Russland sind viele Menschen aktiv, um die Kinder wieder sicher in ihr zu Hause bei Maxim Jegorow zu bringen. Medien, Rechtsanwälte, Politiker - wir haben alle um Hilfe gebeten, angeschrieben, Informationen verteilt, Sitzungen geführt und es herrscht im Moment ein reger Telefon- und E-mail Kontakt nach Moskau. Maxim Jegorow und Karsten Packeiser vor Ort und in Moskau und  Dagmar Sonderegger in der Schweiz als Projektverantwortliche von Phönix und die Deutsch-Russische-Gesellschaft, vor allem ihre Vorsitzende Dorothea Volkert, bemühen sich Tag und Nacht Kontakte aufzubauen, mögliche Helfer anzusprechen, Briefe zu schreiben und Aktionen zu organisieren.

Neuigkeiten finden sie auch auf unserer Presseseite.

Dezember 2005

Die Resonanz auf die beiden Berichte über Phönix im ZDF und auf 3 sat ist für uns überwältigend. Wir möchten uns auf diesem Weg für das gezeigte Interesse und die große Hilfsbereitschaft bei allen bedanken.

17. November 2005 - Bericht im ZDF Auslandsjournal

Am 17. November berichtete das ZDF Auslandsjournal über das Leben von russischen Straßenkindern, Maxim Jegorow und das Phönix-Haus und seine Bewohner. Unter www.zdf.de finden sie weitere Informationen. Der Bericht ist auf den Seiten des ZDF auch zum Herunterladen bereit gestellt.

November 2005

Die Außenwände des neuen Hauses sind schon zwei Meter hoch. Die Baustelle macht Fortschritte. Fedja musste wieder einige Untersuchungen über sich ergehen lassen und leider sind sich die Ärzte noch immer nicht einig, wie ihm nun geholfen werden kann. Die kleine Ljiuba musste ebenfalls im Krankenhaus behandelt werden.

20. September 2005 - Dagmar und Gregor Sonderegger besuchen das Phönix-Haus

Dagmar Sonderegger und ihr Mann Gregor überbringen Spendengelder aus der Schweiz und aus der Kollekte einer Hochzeit von Freunden.

Sie berichten, dass die Bauarbeiten am neuen Phönix-Haus laufen, Keller und Fundamente ausgehoben sind. Beim Zusägen der Verschalungsbretter half der 14 jährige Andrei tatkräftig mit.

08. September 2005 - Beginn der Bauarbeiten am neuen Phönix-Haus

Auf dem Grundstück des Phönix-Hauses ziehen Bauarbeiter in einem Bauwagen ein. Die Kinder wohnen weiterhin mit ihren Pflegemüttern im alten Haus.

Die Bauarbeiten sollen bis 03. Juni 2006 abgeschlossen sein. Nach dem Einzug in das neue Haus wird das alte Haus abgerissen und es stehen Garten- und Stallausbauten an.

03. September 2005 - Vertragsabschluss für Neubau und Besuch des Vertreters von Muslime helfen e.V.

Dorothea Volkert unterzeichnet als Vertreterin der Deutsch-Russischen-Gesellschaft Kraichgau e.V. den Vertrag mit dem russischen Architekten Michael M. Melamud für den Neubau des Phönix-Hauses. Das neue Holzhaus mit einer überdachten Holzveranda im Eingangsbereich wird über 240qm verfügen, die auf drei Etagen verteilt sind.

Es entstehen 6 Schlafzimmer, ein Aufenthaltsraum, ein Esszimmer, 2 Bäder, eine Küche und ein geräumiger Keller.

Für die Ausstattung der Badezimmer des Hauses, für Heizkörper und Warmwasserboiler, für Wasserpumpen und den Ausbau der Sickergrube müssen noch Sponsoren gefunden werden.

Ahmad von Denffer vom Verein Muslime helfen e.V. trifft sich mit Dorothea Volkert, Karsten Packeiser und Maxim Jegorow in Moskau bei einem internationalen Fußballspiel, an dem die Phönix-Kinder Andrei, Maxim, Fedja und Serjoscha teilnehmen. In Rogatschewo lernt er danach die übrigen Kinder kennen und erlebt die Verhandlungsgespräche mit dem Architekten des Neubaus.

Der Verein Muslime helfen e.V. möchte das Projekt "Phönix" weiterhin unterstützen. Weitere Informationen über die Arbeit von Muslime helfen e.V. und die Unterstützung unserer Projekte können Sie unter folgender Adresse erhalten: http://www.muslimehelfen.org/992.0.html

30. August 2005 - Die Schmitz-Stiftung gibt ihre mündliche Zusage zur finanziellen Unterstützung des Neubaus

23. August 2005 - Die Software AG-Stiftung bewilligt Stiftungsmittel zum Neubau des Phönix-Hauses

10. August bis 04. September 2005 - Dorothea Volkert besucht Phönix

Dorothea Volkert lernt die neuen Phönix-Kinder kennen. Sie holt sie nach deren Freizeit am Schwarzen Meer vom Bahnhof ab und verbringt einige Tage in Rogatschewo. Dabei wird deutlich, dass die Größe und das Alter der Gruppe neue Beförderungsmittel erfordern. Die Anschaffung eines Kleinbusses ist dringend notwendig.

Hierfür werden Sponsoren gesucht.

Es finden wichtige Gespräche mit Projektbeteiligten und -verantwortlichen statt.

Die Hausmutter Nadja möchte das Phönix-Haus verlassen. Ihre Gesundheit und Lebensumstände beeinträchtigen Nadja und sie hat beschlossen ihren Sohn Serjoscha in der Obhut von Phönix zu belassen. Sie selbst lebt derzeit in der Nähe von Beslan und versucht ihr Leben mit der Unterstützung von Phönix (Beschaffung von Papieren u.ä.) wieder neu für sich aufzubauen.

Veränderungen im Projekt Phönix sind notwendig geworden. Aufgabenbereiche der Kinder und Hausmütter werden neu definiert.

Zukünftig ist Oxana Jegorowa, die Schwester des Projektleiters, gemeinsam mit Maxim Jegorow, für die Erziehung und Betreuung der Phönix-Kinder hauptverantwortlich.

Um reguläre Arbeitsverhältnisse zu gewährleisten, werden dringend Spendengelder benötigt.

Die Projektverantwortlichen diskutieren die im nächsten Jahr anstehende Gestaltung des Grundstücks für Obst- und Gemüseanbau und den Aufbau einer artgerechten Nutztierhaltung. "Phönix" ist für Ideen und Sponsoren dankbar.

03. bis 20. August 2005 - Ferienfreizeit der Phönix-Kinder am Schwarzen Meer

Dank der Unterstützung durch das Diakonische Werk Baden und der Deutsch-Russischen Gesellschaft Kraichgau e.V. konnten die Phönix-Kinder gemeinsam mit Maxim Jegorow glückliche Ferien am Schwarzen Meer verbringen.

Anfang Juli 2005 - Vertreter der Schmitz-Stiftung besuchen die Phönix-Suppenküche

25. Juni 2005 - Dr. Randoll, Vertreter der Software-AG-Stiftung, besucht das Phönix-Haus

Dieser Besuch verlief vor allem für die Kinder sehr aufregend. Ein gemeinsames Picknick mit Grillen machte den Kindern und den Vertretern der Stiftung sehr viel Freude.  Maxim Jegorow stellte das Phönix-Kinderhaus eindrücklich vor - wobei allen schnell klar wurde, dass diese Arbeit, die hier in Rogatschowo geleistet wird außergewöhnlich ist. Trotz räumlicher Enge, trotz der Verschiedenartigkeit der Kinder ist die Atmosphäre im Phönix-Kinderhaus entspannt, fröhlich und wie die Schulleiterin aus Rogatschowo betonte, normaler als in mancher richtigen Familie. Die Kinder verbrachten ein glückliches und schönes Wochenende und die Vertreter der Stiftung nehmen diese Eindrücke mit nach Deutschland.
 

Anfang Juni 2005 - Sascha und Aljoscha werden selbstständig

Sascha macht seinen Schulabschluss und zieht gemeinsam mit Aljoscha aus dem Phönix-Haus aus. Sie wohnen bei ihrer neuen Pflegemutter Olga Jegorowa und werden von Maxim Jegorow und den Phönix-Verantwortlichen auf ihrem Weg in die Berufswelt weiterhin begleitet. Beide haben eine Lehre im Friseurhandwerk begonnen und haben sogar bereits erste Frisuren gelegt. Sie besuchen eine staatliche Berufsschule, die die gewünschte Ausbildung kostenlos anbietet. Mit dem Abschluss erhalten sie auch die Hochschulreife, so dass es gegebenenfalls möglich wäre im Anschluss zu studieren. Sascha jobbt seit Juni bei McDonald's. Auf Grund des großen Zeitaufwandes wird er zukünftig nur an Wochenenden und in den Ferien dort arbeiten können.

Phönix und die DRGK e.V. überlegen derzeit, wie die weiterführende Hilfe für junge Erwachsene im Projekt Phönix-Kinderhaus aussehen kann.

© Phönix - Moskau